Vom Großen im Kleinen und vom Wert eines Menschen.

28.2.2019 - im Institut für Pathologie, Anatomie und Neuropathologie (PAN) der Westfälischen-Wilhelms-Universität (WWU)

Zum Start des 2019-er Jahresprogramms zog es das „Forum Leadership Münster“ an einen Ort, der vielen Münsteranern gar nicht bekannt ist: Dort, im PAN-Zentrum der WWU, begrüßte Gastgeber Prof. Dr. Wolfgang Knabe die Teilnehmer/Innen zu einem denkwürdigen Tag. 

Wie wird hier gearbeitet, geforscht und gelehrt? Was zeichnet das PAN-Zentrum aus im Vergleich zu anderen Einrichtungen bundes- und weltweit? Was sind die ethischen Maßstäbe? Diese und weitere Fragen beantwortete Prof. Knabe zum Start mit seinem praxisorientierten Vortrag. Die besondere Stärke der Einrichtung leuchtete direkt ein: Die im PAN-Zentrum beheimateten Institute arbeiten stark interdisziplinär, sie schöpfen Synergien, die die Belange der medizinischen Ausbildung auf vielfältige Weise bedienen. Forschungs- und Lehrtätigkeiten inkl. ärztlicher Weiterbildung der WWU, sowie analoges und digitales Lernen vernetzen sich im Institut zugunsten einer praxisstarken und damit patientenorientierten Ausbildung.

Prof. Dr. Knabe nahm die Gäste des Forums mit auf einen detailreichen Rundgang durch die Sammlungen und Lehrräume des Zentrums, inkl. einem Blick über die Schulter von Studierenden. Von manchem Teilnehmer mit Skepsis erwartet, entpuppte sich der direkte Einblick in ein laufendes Anatomie- und Präparations-Seminar als ungewöhnlich und aufklärend zugleich, der den Sinn und großen Wert dieser Arbeit in der Ausbildung zukünftiger Mediziner/Innen verdeutlichte.

Nach diesen Erfahrungen galt der Nachmittag der persönlichen wie auch gemeinsamen Reflexion der Eindrücke. Hier stand u.a. das Körperspende-Wesen mit seinen ethischen Anforderungen und der Verantwortung in der Umsetzung im Fokus. Dass z.B. Studierende mit einer zentralen Trauerfeier die Verabschiedung der Körperspender zusammen mit Angehörigen gestalten, symbolisiert den im PAN gelebten Wert und die Würde des Menschen. Die Leadershipler waren beeindruckt von der ganzheitlich achtsamen Haltung im Umgang mit Körperspendern, ihren Angehörigen und die Heranführung von Studierenden an die Vielfalt der Bedürfnisse. Als kleines Detail einer gelebten Kultur sprach dies seine eigene Sprache: „Großartiges im Kleinen“.

Autorin: Eva-Maria Jazdzejewski