Risiko Cybercrime für Mittelständler relevant

Foto: Jens Heinemann
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WIN und CDU-Landtagsabgeordnete Simone Wendland luden ein

Eine Bank muss keiner mehr überfallen, um schnell ans große Geld zu kommen. Für Hacker ist bei mittelständischen Unternehmen auch Einiges zu holen. Jährlich entstehen dadurch Millionenschäden. Beim Infoabend Cyberkriminalität informierten Oberstaatsanwalt Markus Hartmann von der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen, kurz: ZAC, und Fachanwalt für Strafrecht Dr. Rolf Krüger. Eingeladen hatte die Wirtschaftsinitiative in Kooperation mit der CDU-Landtagsabgeordnete Simone Wendland.

Die meisten Mittelständler unterschätzen das Risiko, selbst Opfer von Cyberkriminellen zu werden. Dabei sind Knowhow und Unternehmensdaten kostbar. Eine bewährte Masche der Kriminellen: Sie hacken sich in die unternehmenseigene EDV, verschlüsseln den gesamten Datenbestand und erpressen für die Freigabe hohe Summen.

Noch mehr Beispiele konnte Oberstaatsanwalt Hartmann nennen: Bei so genannten CEO-Frauds spähen die Täter Unternehmen gründlich aus und drängen Mitarbeiter dazu, vertraulich hohe Geldbeträge zu überweisen. Oft schöpften die Adressaten keinen Verdacht, weil die Täter mit breitem Insiderwissen auftrumpfen konnten. Viele geschädigte Unternehmen möchten die Fälle nicht öffentlich machen, um keine Rufschädigung zu riskieren. Dabei, so die Experten, hilft nur eine rasche Strafanzeige, sollen Polizei und Staatsanwaltschaft noch Spuren sichern.

„Virtuelle Bedrohungen werden nicht so emotional und direkt erlebt und geraten daher leichter aus dem Fokus“, sagt Eva-Marie Dumstorf, die den WIN-Vorstand an diesem Abend repräsentierte. „Unternehmen sollten im eigenen Interesse das Risiko im Blick behalten, dafür wollen wir Aufmerksamkeit schaffen.“ Recht kurzfristig hatte die WIN zu dem Infoabend eingeladen. „Die Kooperation eröffnete die Chance das wichtige Thema zu präsentieren, das wollten wir unseren Mitgliedern nicht vorenthalten“, so Eva-Marie Dumstorf. Für alle, die den Termin nicht wahrnehmen konnten: Das Thema Cybercrime und digitale Sicherheit bleibt bei der WIN auf der Agenda.

v.l.n.r.: Dr. Rolf Krüger (Alpmann-Frölich), Eva-Marie Dumstorf (WIN), Markus Hartmann (ZAC), Simone Wendland (MdL CDU)
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