WIN KABINETTGESPRÄCHE

Unternehmung Leben - Beginn der Veranstaltungsreihe

Der Unternehmer und Autor Fritz Roth eröffnet die Ausstellung "Koffer für die letzte Reise"

Die Wirtschaftsinitiative Münster e.V. (WIN) und die Jugendkirche 
effata[!] initiieren gemeinsam eine Veranstaltungsreihe unter der Überschrift „Unternehmung Leben“, die vom 12. Januar bis zum 2. Februar 2012 in der Jugendkirche statt findet. Im Zentrum der Veranstaltungsreihe steht die Ausstellung „Koffer für die letzte Reise“ von Fritz Roth, Unternehmer und Autor, der die Eröffnung am 12. Januar um 19.00 Uhr persönlich vornimmt. Die Ausstellung fand bundesweit in vielen Städten große Anerkennung. In München zählte sie zuletzt 10.000 Besucher. Es sind etwa einhundert Koffer-Exponate mit besonderem Inhalt zu sehen: Lebens- und Liebenswertes aus dem Leben von einhundert - zum Teil prominenten - Menschen, die sich mit ihrem Leben und der Frage ihrer „letzten Reise“ humorvoll und nachdenklich auseinandergesetzt haben.
Mit den Themenabenden setzt WIN seine Veranstaltungsreihe zum Thema „Ethik und Wirtschaft“ fort. Sie sollen Anregungen geben, der Sicht auf sich selbst und das unternehmerische Handeln eine neue Perspektive zu geben. Gerade in Zeiten immer größer werdender burn-out Gefährdung und Mehrfachbelastungen sind viele Angestellte aber auch Unternehmer auf der Suche nach neuen Perspektiven. „Das Leben ist mehr als eine Gewinn- und Verlustrechnung. Ausschließlich wirtschaftliches Handeln reicht für eine erfolgreiche Unternehmensführung längst nicht mehr aus“ begründet Andreas Schulte-Werning, Mitglied des WIN Vorstandes und Initiator des Ausstellungsprogramms das Engagement der Wirtschaftsinitiative.

 

Impressionen



Prof. Dr. Thomas Dienberg, Kapuziner-Pater und Rektor der PTH Münster und Dr. Fritz Audebert beim WIN Kabinettgespräch.

Ethik und Wirtschaft

Management by Franziskus, Benedikt & Co. -
Welche Impulse geben uns Ordensregeln für die Unternehmensführung?

So lautete die Üerschrift des Kabinettgesprächs am 19. September in den Räumen der PTH Münster.Was bedeutet Spiritualität? War eine der Fragen, die Pater Thomas Dienberg, Rektor der PTH in seinem Impulsvortrag beleuchtete.

Die Bedeutung von Ordensregeln für ein Unternehmen erläuterte Dr. Fritz Audebert, Vorstandsvorsitzender der ICUnet AG aus Passau. Auch die anschließende angeregte Diskussion machte die Bedeutung von Ethik für Wirtschaft sehr deutlich.

Das Institut für Kirche Management und Spiritualität bietet ein Tagesseminar zum Thema Spiritualität und Management an. Weitere Informationen erhalten Sie hier

Zukunftsfähigkeit und die weitere Entwicklung unserer Stadt

Oberbürgermeister Markus Lewe zu Gast bei der Wirtschaftsinitiative

Münster - Von einer „win-win Situation“ sprach Oberbürgermeister Markus Lewe bei seinem zweiten Besuch bei der Wirtschaftsinitiative (WIN). Anlässlich einer Diskussionsveranstaltung erläuterte Lewe zunächst die Rahmenbedingungen und den Ist-Zustand unserer Stadt sowie Stellschrauben, Chancen und Risiken der Stadtentwicklung. Als Fazit nannte er fünf Säulen für die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt. Hierzu gehöre neben dem Dreiklang aus Lebensart, Wissenschaft und Wirtschaft zum Beispiel der Ausbau Münsters als „Weltskulpturenstadt“. Bezogen auf die städtebaulichen Planungen betont der Oberbürgermeister den Einklang von Ökonomie und Ökologie sowie den Ausbau als familienfreundliche Stadt mit hoher Wohnattraktivität. Schließlich gelte es den überragenden Standort für Hochschulen und wissenschaftliche Forschung weiter auszubauen.

 

 

Dr. Helmut Linssen zu Gast bei WIN

Markus Florian (li.) und Michael von Bartenwerffer (re.) mit Dr. Helmut Linssen (2.v.li.) und Prof. Dr. Janbernd Oebbecke (2.v.re.)

"Konsolidierung muss vorgehen"

Münster - Die Wirtschaftsinitiative Münster hatte jetzt bei einem ihrer Kabinettgespräche den ehemaligen nordrhein-westfälischen Finanzminister Dr. Helmut Linssen zu Gast. Vor fast fünfzig Mitgliedern der WIN referierte der langjährige Landespolitiker über die „öffentliche Finanzsituation in NRW und ihre Implikation auf Unternehmen und Kaufleute“. Dabei bezeichnete er die derzeit für viele öffentliche Haushalte diskutierte oder schon beschlossene Schuldenbremse als den „größten finanzpolitischen Segen“ seit Jahren. Der NRW-Haushalt zeigt aktuell neben den expliziten Schulden in Höhe von 130 Milliarden Euro weitere circa 150 Milliarden Euro an so genannten impliziten Schulden. Dies sind im Wesentlichen die vom Land zu tragenden aktuellen und künftigen Pensionslasten. Da ein typischer Landeshaushalt heute etwa vierzig Prozent seiner Ausgaben für Personal, weitere jeweils zehn Prozent für Zinslasten und Pensionen aufwendet, werden die investiven Haushaltspositionen, wie Infrastruktur sowie Forschung und Entwicklung „mehr und mehr zu Mangelbereichen“.

Die demographische Entwicklung mit all ihren Folgen, gerade auch für die Sozialkosten, wird eine solide Haushaltspolitik in der Zukunft weiter erschweren. Der Referent stellte auch fest, dass der bislang praktizierte Länderfinanzausgleich „eine ehrgeizige Haushaltspolitik bei den Nehmerländern verdirbt“. Den immer wieder diskutierten Eurobonds - als zusätzliches Instrument zur Lösung der gegenwärtigen Verschuldungskrise im Euroraum - erteilt er ebenfalls eine klare Absage. 

In der anschließenden Diskussion, die Prof. Dr. Janbernd Oebbecke von der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster moderierte, wurde deutlich, dass die Kommunen und damit die lokale Wirtschaft vermehrt unter der mangelnden Nachhaltigkeit der Finanzpolitik in Bund und Ländern leiden werden.

Die zu erwartenden Zinserhöhungen werden auch die Zinslast in den öffentlichen Haushalten weiter erhöhen. Die kleiner werdenden Spielräume für die Schuldentragfähigkeit werden auch das Rating der Länder verschlechtern. Die Nachhaltigkeit einer soliden Haushaltspolitik gehe, so Linssen, immer einher mit der Frage: „Wie zwinge ich Politiker vernünftig zu werden?“ Hier wußte er allerdings nach eigenem Bekunden keine Patentlösung. Angesichts zu vieler Wahlen gelte dieses Dilemma auf allen Ebenen.

Münster als Stadt müsse sich vermutlich auf eine lange Zeit ohne Schlüsselzuweisungen einrichten. Ob dies dann zu weiteren Steuererhöhungen vor Ort zwinge überließ er der Beurteilung der Zuhörer.

 

 

Prof. Wolfgang Huber zum Thema Ethik und Wirtschaft

Michael von Bartenwerffer begrüßt Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Huber, der seit 2010 Mitglied im Deutschen Ethikrat ist.

Verlorenes Vertrauen zurückgewinnen - 
Die soziale Marktwirtschaft und die Verantwortung des Einzelnen

 Zum dritten Mal veranstaltete die Initiative Industrie in Münster (IiM) im Oktober ihren Konvent. In diesem Jahr stand der Vortrags- und Diskussionsabend unter der Überschrift „Ethik und Wirtschaft“. 

Die globale Wirtschafts- und Finanzkrise stellt uns und damit auch die Wirtschaft vor neue Herausforderungen. Die tradierten Mechanismen der sozialen Marktwirtschaft scheinen keine Wirkung mehr zu haben. „Wir haben durch die Finanzkrise schmerzhaft erfahren, wie gefährlich ,blindes‘ Vertrauen ist. Vertrauen muss sich auf nachprüfbare Verlässlichkeit stützen“, so der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Huber, in seinem jüngst erschienen Buch.
Der Vortrag des Abends und die anschließende Diskussion gingen der Frage einer sozialen und nachhaltigen Marktwirtschaft sowie der Verantwortung des Einzelnen nach.

 

Dr. Helmut Linssen zu Gast bei WIN

WIN zu Gast im LWL-Landesmuseum

Die WIN Mitglieder durften sich freuen: Ein Museumsbesuch, ganz unter Ausschluß der Öffentlichkeit. Dr. Herman Arnhold hatte ins Museum geladen und das Konzept sowie die Pläne des neuen Museums vorgestellt.

Der Einführung in die "Neue Alchemie. Kunst der Gegenwart nach Beuys" durch die Kuratorin Melanie Bono schloss sich eine Führung durch diese bemerkenswerte Ausstellung an.

Ein Abend, der völlig neue Einblicke in die Kunst der Gegenwart gewährt und Neugier auf das neue Museum geweckt hat. Und darüber waren sich alle Besucher des Abends einig: Das neue Museum wird nicht nur der Kunst Raum bieten, sondern auch viel Platz für Begegnung und Kommunikation.
Münster darf gespannt sein!

 

 

 

Rückblick Kabinettgespräch

Oberbürgermeister Markus Lewe zu Gast bei WIN im Mühlenhof

Viele WIN Mitglieder hatten sich im Juni im Mühlenhof versammelt, um mit dem Oberbürgermeister Markus Lewe über den Haushalt der Stadt Münster zu diskutieren...

WIN fordert einen Masterplan für Münster
Die drohende Haushaltssicherung muss abgewendet werden

Der neue Vorstand der Wirtschaftsinitiative Münster (WIN) fordert vom Rat der Stadt einen Masterplan zur nachhaltigen finanziellen Konsolidierung und kurzfristig die Abwendung der drohenden Haushaltssicherung. Michael von Bartenwerffer, Vorsitzender der Initiative, mahnt angesichts des jährlichen strukturellen Haushaltsdefizits von 50 Millionen Euro und einer Verschuldung von 800 Millionen Euro, was etwa einem Jahreshaushalt entspricht, einen Paradigmenwechsel im politischen Diskurs an. „Dabei muss jetzt die Sicherstellung der wirtschaftlichen und finanziellen Lebensgrundlagen der Stadt im Vordergrund stehen“, so von Bartenwerffer. Mit drei zentralen Fragen: „Wie kann der Wirtschaftsstandort Münster für Industrie, Handwerk, Handel, Dienstleistung, Hotellerie und Gastronomie seine Infrastruktur und Arbeitsplätze erhalten und nachhaltig weiterentwickeln? Was ist folglich richtig und wichtig für die Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandortes Münster? Und welche strategischen Ziele gilt es demnach zu definieren und zu verfolgen?“ verdeutlicht die Wirtschaftsinitiative ihre Forderung nach einem Masterplan für Münster. „Dieser Plan muss verstanden werden als gemeinsame Anstrengung aller Akteure, die für unsere Stadt Verantwortung tragen“ stellt von Bartenwerffer klar.

Dabei vertritt die Wirtschaft den Standpunkt, dass die Diskussion über einen solchen Masterplan abseits ideologischer, dogmatischer und parteipolitischer Lager zu führen sei. Auch Münster könne sich den schwierigen Rahmenbedingungen, die sich unter anderem aus demografischer Entwicklung, internationalem Wettbewerb und insbesondere der aktuellen Wirtschaftskrise ableiten, nicht entziehen.

Sollte es nicht gelingen, die Haushaltssicherung abzuwenden und damit die eigenständige Zukunftsgestaltung aufs Spiel zu setzen, werde dies auch für Münsters Wirtschaft verheerende Folgen haben. Aus diesem Grund appelliert die Initiative an den Rat der Stadt, konsequent zu seinem unlängst gefassten Beschluss zu stehen und gemeinsam einen zukunftsfähigen Haushalt zu verabschieden. Dabei dürfe nicht nur die Einnahmenseite betrachtet und reflexhaft an der Steuerschraube gedreht werden. Denn schon heute erbringe die Wirtschaft über die Gewerbesteuer den Löwenanteil des städtischen Steueraufkommens. Eine zentrale Forderung der Wirtschaft lautet daher, auch die Ausgabenseite ohne Tabus zur Diskussion zu stellen. Dies umfasse auch eine unvoreingenommene Aufgabenkritik und das grundsätzliche Infragestellen kommunaler Leistungen. Von Bartenwerffer: „Die sprichwörtlichen Münster-Standards sollten dabei nicht sakrosankt sein. Paradigmenwechsel bedeutet auch: Die Stadt muss sich deutlicher darauf besinnen, wovon sie leben kann und nicht nur darauf, wie sie leben will.“

In diesem Sinne will sich WIN auch in Zukunft aktiv und konstruktiv mit der Stadtpolitik auseinandersetzen, um die Attraktivität Münsters als Wirtschaftsstandort zu sichern und weiter auszubauen.

 

Rückblick WIN Kabinettgespräch: Stress und die Folgen für Unternehmen

Dr. Bernd Rasche, Dr. Jutta Greis, WIN Sprecher Tobias Viehoff und WIN Vorstandsmitglied Andreas Schulte-Werning (v.l.)

Der Abbau der Risiken für Leistung und Gesundheit stand im Mittelpunkt des Vortrages von Dr. Jutta Greis und Dr. Bernd Rasche von dialog / konkret beim WIN Kabinettgespräch praxis.

Stress und Belastungen für Mitarbeiter und damit auch für Unternehmen haben durch zunehmende Komplexität und die Beschleunigung der Kommunikation in den letzten Jahren zugenommen. Die Stressbewältigung durch körperliche Aktivität nimmt im Vergleich zum Anfang der Entwicklungsgeschichte der Menschheit immer mehr ab.

Stress am Arbeitsplatz löst eine Kettenreaktion aus, die durch Ausfälle in der Belegschaft hohe Kosten für Unternehmen verursachen kann. Oft tritt eine „quantitative Überlastung“ bei Mitarbeitern aber auch bei Managern auf, die zurückzuführen ist, auf die permanent verändernden Rahmenbedingungen, auf Kompetenzüberforderungen und auf hohe Qualitätsanforderungen.

Schon 30 Minuten Bewegung am Tag können Abhilfe schaffen, um innere Spannungen abzubauen. Für Unternehmen ist die Einführung eines Gesundheitsmanagement, die Professionalisierung der Personalentwicklung und eine gute Kommunikationskultur entscheidende Faktoren, um einen gesunden und leistungsfähigen Betrieb zu fördern. Mit Hilfe einer Stress-Inventar-Liste ist es möglich das allgemeine Belastungslevel von Unternehmen zu messen.

Über 50 Mitglieder und Gäste folgten unserer Einladung in den Zwei-Löwen-Klub und konnten einen spannenden und informativen Abend erleben. Die Veranstaltungsreihe WIN Kabinettgespräch wird im Laufe des Jahres fortgesetzt.

Weitere Informationen zu diesem Thema und besonders zur Stress-Inventar-Liste können Sie bei dialog / konkret erfahren: www.dialogkonkret.de

Rückblick: Web 2.0

Michael Bielitza (l.) und WIN Vorstandsmitglied
Immanuel Krüger
Mitglieder und Gäste

Über 30 Gäste tauchten am 20.11.07 im Zwei-Löwen-Klub in die Tiefen des Web 2.0 ein. Im Rahmen der Themenreihe WIN Kabinettgespräche praxis begrüßte die WIN Wirtschaftsinitiative Mitglieder und Gäste zu einem Gastvortrag von Michael Bielitza (Projektleiter Web von „elemente“). Im Mittelpunkt standen die neuen Wege der Unternehmenskommunikation in Zeiten von XING, Flickr und MySpace.

In pointierten Beispielen wurde gezeigt, wie Unternehmen sich Anwendungen wie Blogs, Wikis oder Social Software zu nutzen machen können, um effizienter Kunden und Mitarbeiter anzusprechen.

Ein schönes Beispiel ist der „Saftblog“ des mittelständischen Unternehmens „Walther´s Obstsäfte“, der von der Geschäftsführerin Kristin Walther gepflegt wird. Er zeichnet sich durch Transparenz gegenüber den eigenen Produktfehlern aus und den persönlichen Charme von Frau Walther.

Im Zentrum vom Web 2.0 stehen von Nutzern hergestellte Inhalte, wie Texte, Fotos und Filme. Für Michael Bielitza war „der schleichende Übergang vom Monolog zum Dialog im Internet entscheidend. Als frühes Beispiel muss man die Buchrezensionen von Amazon herausstellen, die ihre Kunden nicht nur als Konsumenten sahen, sondern auch durch eigene Communities als Kritiker einsetzten.“  

Weitere Information über „elemente“ unter www.elemente.ms

WIN Kabinetgespräche mit Raatgering

Sprecher T.Viehoff und H.-J.Raatgering (l.)

Im Rahmen der Veranstaltungsserie „WIN Kabinettgespräche“ war Hermann-Josef Raatgering mit dem Vortrag „Mit Innovationsnetzwerken erfolgreich für den Mittelstand“ zu Gast im Zwei-Löwen-Klub zu Münster. Raatgering ist Projektleiter der Wirtschaftsförderung Kreis Borken (WFG) und wurde 2006 zum „Wirtschaftsförderer des Jahres“ von der Oskar-Patzelt-Stiftung gekürt.

Seine Aufgabe umfasst die Initiierung und Bildung von vielschichtigen Innovationsnetzwerken im Kreis Borken und dem Münsterland, unter Einbeziehung von Unternehmen, Hochschulen und Ingenieurgesellschaften. Ausgezeichnet wurde Raatgering für sein Engagement, mittelständischen Betrieben beim Technologietransfer zur Seite zu stehen und intensive Kontakte zwischen Hochschulen und Unternehmen zu vermitteln. Sein Erfolgsgeheimnis klingt simpel und plausibel: „Einfach in die Unternehmen gehen, zuhören und machen.“

Ausgangspunkt für die WFG-Transferdienstleistung ist die konkrete Analyse des Technologiebedarf im Unternehmen. Raatgering geht vor Ort in die Betriebe und bespricht mit den Verantwortlichen gemeinsame Lösungs- und Weiterentwicklungsansätze und ihre Realisierungschancen. Eine große Hilfe ist dabei Raatgerings langjährige Erfahrung als Maschinenschlosser und Wirtschaftsingenieur in der Industrie. Um wirklich helfen zu können, muss der WFG-Mitarbeiter in der Lage sein das technische Problem zu verstehen. Im Laufe der Jahre konnte Raatgering ein persönliches Netzwerk aufbauen, das ihm hilft bei Problemstellungen den richtigen Ansprechpartner bei Unternehmen und Hochschulen zu ermitteln.

Da besonders mittelständischen Unternehmen Kapital und qualifiziertes Personal für eigene Innovationen fehlen, ist die Bildung von Netzwerken zum Technologie-Transfer entscheidend. Raatgering betonte: „In diesem Bereich könnten durch den Technologieaustausch die meisten neuen Arbeitsplätze geschaffen werden.“

Die öffentlichen Förderungen sind das „Schmiermittel“ für den Motor der Netzwerke. Zum Portfolio der Transferdienstleistung gehört daher auch die Abrufung von Landes-, Bundes- und EU-Förderprogrammen, damit die Projekte realisiert werden können. Der Anteil der Fördermittel liegt bei 20%, maximal 50% der Innovationskosten. Raatgering hält die Förderung von Kompetenzfeldern („Stärken stärken“) nicht für unbedingt notwendig, da diese herausragenden Cluster auch ohne Fördermittel gedeihen werden. Fördermittel sollten dort eingesetzt werden, wo sie auch notwendig seien.    

Raatgerings Arbeitskraft wird durch die Bildung von Innovationsteams multipliziert. In diesem Team ist dann der WFG-Innovationsberater eine Art „Trainer“, der die Mannschaft aufstellt, die dann das Projekt eigenständig durchführt. Im Gegensatz zum Fußballcoach muss dann die Mannschaft nicht mehr ständig betreut werden, sondern man kann sich der Bildung weiterer Innovationsteams widmen. Trainer Raatgering erläuterte: „Die Projekte werden angeschoben und können dann selber laufen, ohne dass es noch weiter der Intensiven Betreuung bedarf.“

Als herausragendes Beispiel für die Bildung von Innovationsteams nannte Raatgering das Netzwerk KiiB („Künstliche Intelligenz im Betrieb“), das bis nach Münster reicht. Insgesamt sind 78 Firmen und 15 Dienstleister in dem Netzwerk integriert, u.a. mit den MS-Firmen CLK, Cynapsis, Eftas und Systec sowie der Wirtschaftsförderung Münster. Künstliche Intelligenz bedeutet Technik, die mitdenkt, z. B. bei der Steuerung komplexer Prozesse, mit dem Ergebnis hochwertigere Produkte zu gewinnen und rohstoffsparende Herstellungsverfahren zu erlangen.    

Ein weiteres Projekt kommt aus dem Bereich der Biotechnologie. Wenn sich Techniker auf natürliche Vorbilder stützen, dann sprechen Experten von „Bionik“. Dieses Forschungsfeld gewinnt auch in Deutschland immer mehr an Bedeutung. Bionische Projekte werden daher vom Bund mit insgesamt 50 Millionen Euro gefördert. Beispiele aus der Natur sind die extrem belastbaren Seidenfäden einer Spinne oder das Sonar von Fledermäusen – für Ingenieure bietet die Natur hier reichlich Inspiration für die Bereiche Automobilbau, Medizin, Robotik oder Luft- und Raumfahrttechnik.

Raatgering hielt einen kompetenten und spannenden Vortrag, der von den vielen Fragen der Gäste informativ ergänzt wurde. Im Anschluss konnten die Teilnehmer im persönlichen Gespräch eigene Netzwerke knüpfen.