Rückblick: 6. WIN Forum "Die Folgen der Weltwirtschaftskrise"

WIN Sprecher Tobias Viehoff, Referent Prof. Wim Kösters und WIN Vorstandsmitglied Enrico Kahl (v.l.n.r.)

Es war zu erwarten, dass der renommierte Diplom-Volkswirt und Hochschuldozent Prof. Dr. Wim Kösters keine gute Aussichten hinsichtlich Konjunktur und Arbeitsmarkt präsentieren würde. Aber ein wenig Hoffnung konnte er den WIN Mitgliedern und Gästen dann doch machen.

Die WIN Wirtschaftsinitiative Münster lud Prof. Kösters ein, um mehr zu den Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise zu erfahren. Zum 6. WIN Forum „Kommt nach dem Orkan die Ebbe?“ trafen sich ca. 100 WIN Mitglieder und Gäste im Zwei-Löwen-Klub.

Auslöser für die Krise waren fallende Immobilienpreise in den USA. Die Ursache dafür, dass daraus eine weltweite Krise wurde, so Kösters, war u.a. die Unterschätzung des Risikos vieler Wertpapiere. Bei steigenden Immobilienpreisen und niedrigen Zinsen schienen auch Subprime-Hypotheken relativ risikolos.

Verbriefung

Durch Verbriefung wurden sehr komplexe und in ihren Risiken sehr schwer einzuschätzende Wertpapiere geschaffen und in die Bilanzen von Banken und anderen Finanzunternehmen eingestellt. Durch Übertreibungen in der Praxis verwandelte sich Komplexität in Undurchsichtigkeit. Probleme mit den ursprünglichen Hypotheken führten zu großer Unsicherheit über den Wert von strukturierten Wertpapieren.

Versagen der Bankenaufsicht

Da aber solche Wertpapiere von vielen Finanzinstituten gehalten wurden, berührte diese Unsicherheit eine große Zahl von Bilanzen. Die Bankenaufsicht, die staatliche Aufgabe ist, hat in diesen Fällen klar versagt. Den Rating-Agenturen wurde eine besondere Stellung eingeräumt, ohne sie allerdings einer Aufsicht zu unterwerfen. „Das Staatsversagen,“ so Kösters, „hat in einem erheblichem Maße zur Entstehung der Krise beigetragen!“

Verbriefung und Globalisierung führten zu wachsender Interdependenz zwischen heimischen und ausländischen Finanzinstituten. Die Globalisierung führte zu einem hohen Grad an internationaler Integration der Finanzmärkte. Dies zeigte sich z. B. darin, dass einige eher regionale deutsche Banken (IKB, Landesbanken und andere) stark in US-Subprime-Anleihen investiert waren. Auch hier hat die staatliche Bankenaufsicht nicht entscheidend gehandelt.

Lage in Deutschland

Der Auftragseingang in Deutschland ist dramatisch eingebrochen. Die Exportrate ist deutlich rückläufig und schlägt aufgrund der hohen Exportquote stark auf das BIP durch. Laut Kösters bricht die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um etwas mehr als 6% ein - wenn der Abwärtstrend gestoppt wird. Ein „Rebound“ sei im dritten Quartal denkbar, gefördert durch die Konjunkturprogramme (Abwrackprämie, Rentenerhöhungen, Investitionsprogramm). In der zweiten Jahreshälfte 2010 ist wieder ein solides Wirtschaftswachstum möglich. Die Lage auf den Arbeitsmarkt läuft dramatisch entgegen des Trends. Ende 2010 seien fünf Millionen Arbeitslose realistisch.

Positive Signale

Kösters sieht aber auch einige positive Signale. Mittlerweile mehren sich die Anzeichen, dass der Höhepunkt der Krise erreicht ist. Die Beruhigung an den Rohstoffmärkten und das Anziehen der Frachtraten spiegeln diesen Trend ebenso wider, wie die positiveren Umfragewerte (ifo, DIHT, ZEW) der letzten Wochen. Außerdem werden die Zinssenkungen der EZB weitergegeben und die Einlagen der Banken bei der EZB sinken.

Empfehlungen

Für Kösters hat die Sanierung der Banken oberste Priorität. Denn ohne funktionierende Kreditversorgung wirken auch Geld- und Fiskalpolitik nicht. Die Geldpolitik muss vorerst expansiv bleiben, um Deflation zu verhindern. Bei beginnendem Aufschwung muss die stark erhöhte Geldmenge sofort wieder verringert werden. Die Wirkung der bisherigern Maßnahmen sollte man abwarten, ein „Konjunkturpaket III“ sei wenig sinnvoll. Zum Abschluss machte Kösters den Anwesenden ein wenig Mut: „Wenn die Maßnahmen wirken, haben wir vielleicht schon gegen Ende des Jahres eine kleine Wachstumsrate.“

Eindrücke vom 6. WIN Forum "Weltwirtschaftskrise"

Fotos: Sersch Hinkelmann

Rückblick: WIN Forum "Kultur - ein harter Standortfaktor"

V.l.: S. Frucht, R. Horstmann, W. Heuer, M. Lewe, T. Viehoff, T. Druyen, u. E. Kahl (Foto: O. Werner)

Die WIN Wirtschaftsinitiative Münster lud Mitglieder und Gäste zum 5. WIN Forum „Kultur – ein harter Standortfaktor“ in die Kunstakademie Münster ein. Bereits der Titel des Abends unterstrich die Absicht der Initiatoren, die Bedeutung von Kultur als wichtigen Zukunftsfaktor für Stadt, Standort und Lebensqualität herauszustellen. Tobias Viehoff (WIN Sprecher) betonte in seiner Begrüßungsrede, dass es am diesem Abend um die „öffentliche Wertschätzung von Kultur“ gehe.

Bevor die Diskussionsrunde unter der Moderation von Enrico Kahl mit den Oberbürgermeister-Kandidaten Wolfgang Heuer (SPD) und Markus Lewe (CDU) und den Unternehmern Reinhard Horstmann und Tobias Viehoff begann, sprachen die Referenten.

Prof. Dr. Thomas Druyen, Begründer der Vermögensforschung, erläuterte in seinem Gastreferat die Kernpunkte seiner Forschungsrichtung. Danach umfasse materieller Besitz lediglich einen Aspekt des Begriffs „Vermögen“. Die Persönlichkeiten, die neben einem Teil ihres Besitzes auch ihre Fähigkeiten, ihr Know-How sowie ihr Verantwortungsgefühl einsetzen, um die gesellschaftliche Entwicklung mitzugestalten, gelten als „vermögend“. Im besten Falle müsse Vermögen als Handlungsorientierung für „Bewegung und Veränderung“ stehen.

Anschließend analysierte Dr. Stephan Frucht, Geschäftsführer des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft im BDI, die Verflechtung von Staat, Wirtschaft und Kultur in Deutschland. Die Kulturnation Deutschland wird von den Säulen Öffentlicher Kulturförderung (Stadt, Bund, Land), Privater Kulturförderung (Unternehmen, Kirchen, Einzelpersonen), dem „Dritten Sektor“ (Stiftungen, Vereine, Ehrenamt) und den „Creative Industries“ (Kulturwirtschaft, Künstler, Medien) getragen – eine klassische Public-Private-Partnership. Die einzigartige Bedeutung der öffentlichen Kulturförderung hierzulande verdeutlicht der internationale Vergleich: Im Gegensatz zu den USA besteht die Kulturförderung in Deutschland zu 90% aus öffentlichen Mitteln und 10% aus privaten Geldern. Dort ist es genau umgekehrt. Insgesamt mache die nationale Kulturwirtschaft einen jährlichen Umsatz von 86 Millarden Euro und sei ein Wachstumsmarkt.

In der engagierten Diskussionsrunde wurde die kulturelle Situation Münsters positiv eingeschätzt. Die Politiker Wolfgang Heuer und Markus Lewe waren sich einig, dass Münster sich nicht verstecken brauche und viel zu bieten habe. Gleichzeitig wurde aber auch ein neues städtisches Selbstbewusstsein angemahnt.

Die Intention der Veranstaltung war es nicht, das Thema Kultur- und Kongresshalle erneut von allen Seiten zu erörtern. Und trotzdem geisterte das Projekt durch Vorträge und Wortbeiträge. Thomas Druyen mahnte an, dass die handelnden Personen in Münster eine stärke Ausprägung von Vermögenskultur gebrauchen könnten: „Hier fehlt das Bewusstsein“. Der Unternehmer Reinhard Horstmann war sich sicher, dass irgendwann eine Musikhalle kommen werde: „Nicht heute, nicht morgen, aber irgendwann!“

WIN Sprecher und Unternehmer Tobias Viehoff wünschte sich eine Aufbruchstimmung in Sachen Kultur, die Bürger, Politiker und Wirtschaft ähnlich wie bei der Kulturhauptstadtbewerbung 2004 vereine. Es müsse eine Begeisterung für neue Projekte geweckt werden, um Münster nachhaltig als Stadt kreativer Kunstprozesse zu etablieren. Innovative Ideen, Bürgersinn und gemeinnützige Vermögenskultur seien das Fundament für die Zukunft des Kulturstandorts Münster.

Die Vorträge der Referenten können per E-Mail als PDF-Dokument angefordert werden:

holger.dietrichwin-muenster.de

Eindrücke vom 5. WIN Forum "Kultur"

Rückblick: WIN Forum Biotechnologie

Die Perspektive 2020 rückt näher. Das Netzwerk wird enger: Die Nano- und Biotechnologie am Wirtschaftsstandort Münster besitzt gute Zukunftschancen.

"Wir haben das Potenzial, und das gilt es jetzt zu heben", sagte Dr. Klaus-Michael Weltring, Geschäftsführer des Bioanalytik-Netwerkes, beim 4. Forum der WIN Wirtschaftsinitiative Münster im Schloss. Der WIN Vorstand hatte dazu verschiedene Referenten eingeladen, die über ihre Projekte berichteten. In der anschließenden Diskussion ging es um Firmengründung, Geldgeber und Marktchancen.

Trotz vereinzelter Kritik, setzte sich die einhellige Meinung durch, dass Münster mit seinen Hochschulen und der Infrastruktur in der Nano- und Biotechnologie gut aufgestellt ist. "Wir haben hart gearbeitet", so Weltring, "aber wir können besser werden". So fehle es weiter an Investoren, Profilbildung und Marketing. "Es gibt noch viel zu tun."

WIN Forum: Nano- und Biotechnologie –

Zukunftsperspektiven für den Wirtschaftsstandort

Nano- und Biotechnologie sind die Zukunftstechnologien des 21. Jahrhunderts. Das WIN Forum gibt einen Einblick in das wirtschafts- und standortpolitische Potenzial der münsteraner Unternehmen und Forschungseinrichtungen in diesen Technologiefeldern.

Wir haben folgende Referenten für Sie eingeladen:

Eingangsstatement und Bestandsaufnahme:
- Dr. Klaus-Michael Weltring (Bioanalytik-Netzwerk e.V.)

Wissenschaftlicher Hintergrund:
- Prof. Dr. Alexander Steinbüchel (FB Biologie der WWU)
 
Erfolgreiche Unternehmen am Standort:
- Dr. Marcus Hartmann (Cilian AG)
- Dr. Birgit Hagenhoff (Tascon GmbH)

Danach gibt es eine moderierte Diskussionsrunde mit den Referenten und:

Dr. Paul-Josef Patt (eCapital)
Dr. Thomas Robbers (WFM Münster)
Carsten Schröder (Transferagentur der FH Münster)
Tobias Viehoff (WIN Münster)

Veranstaltungsort: Aula im Schloss, Schlossplatz 2, 48149 Münster
Datum: 31.03.2008 um 20.00 Uhr

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Weitere Informationen bei WIN Geschäftsführer Holger Dietrich
Tel.: 02 51/ 68 66 89 36
E-Mail: holger.dietrichwin-muenster.de

 

 

win forum „Investitionsfreundliches Münster“

Das 3. WIN Forum in den Münster Arkaden war ein voller Erfolg. Die Wirtschaftsinitiative Münster (WIN) konnte an dem Abend über 150 Gäste begrüßen.

Unter dem Motto „Investitionsfreundliches Münster“ konnten wir sechs Referentinnen und Referenten gewinnen, die ihre Zukunftsprojekte vorstellten. Dem Auditorium wurde ein umfangreicher Einblick in ausgewählte Bauprojekte und besondere Perspektiven der Wirtschaft, Industrie und Hochschulen in Münster gewährt. Die aktuelle Aufbruchstimmung in Münsters Wirtschaft war in allen Beiträgen deutlich zu spüren. Unser Ziel war es, die positive Stimmung zu dokumentieren und der Wirtschaft weitere Impulse zu geben.

Wir möchten an dieser Stelle allen Gästen und den Referentinnen und Referenten für ihre Teilnahme am WIN Forum danken!

Referentenliste:

  • Michael von Bartenwerffer (Sprecher der Initiative „Industrie in Münster“): Perspektiven der Industrie in Münster
  • Dr. Bettina Böhm (Kanzlerin der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster): Projekt Excellenzinitiative
  • Andreas Deilmann (Architekt): Germania.Campus
  • Franziska Roxlau (Projektleiterin der Harpen AG): Bebauung der Stubengasse
  • Dr. Jürgen Benedikt Hüffer (Mitglied des Stiftungsrates der Stiftung Musikhalle): „Musikhalle – Vierklang für Münster“
  • Matthias Günnewig (Wirtschaftsförderung Münster): Kompetenzfeldentwicklung in Münster

Unter der Rubrik „Presse“ finden Sie eine Auswahl von Zeitungsberichten zum 3. WIN Forum.